"Der Sinn des Theologiestudiums besteht darin, dass man das, was man am Anfang des Studiums verständlich sagen konnte, am Ende nur noch unverständlich sagen kann."
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In der Yoga-Tradition wird spirituelle Erkenntnis nicht durch ein akademisches Studium gewonnen, sondern durch meditative Versenkung unter Anleitung eines Meisters. Fortschritte werden nicht durch Abfrage reproduzierenden Wissens gemessen, sondern durch die persönliche Verwirklichung der ewigen universellen Wahrheit und ihrer Prinzipien im täglichen Leben. Dazu gehört, inneren Frieden, bedingungsfreie Freude und Liebe auch unter belastenden Bedingungen bewahren zu können und in der Lage zu sein, Bedürfnisse und Emotionen so zu kontrollieren, dass Entscheidungen und Handlungen durch Weisheit und überpersönliche Werte motiviert sind.
Schritte auf dem spirituellen Weg bestehen darin, sich im persönlichen Lebensalltag zu eigen zu machen, was man intellektuell als richtig erkannt hat - in diesem persönlichen Lernen besteht der eigentliche Prozess. Die Beziehung zwischen Meister und Schüler spielt eine besondere Rolle; der Meister ist nicht nur Ratgeber, sondern auch Modell für die Vergeistigung des eigenen Lebens und für den Weg zu einer persönlichen, lebendigen Gotteserfahrung. Er wird weder blinden Glauben noch blinden Gehorsam verlangen, sondern seinen Schüler ermutigen, in einer aufgeschlossenen Haltung selbst auf Forschungsreise zu gehen und alles zu überprüfen, was ihm von seinem Meister erklärt und angeboten wird.
Mit der lebendigen Gotteserfahrung fällt die Notwendigkeit von Glaubensanstrengungen ebenso an ihren Platz wie der Trieb, intellektuelle Gedankengebäude aufzubauen, die ein wenig Schutz bieten vor den Stürmen der Welt einerseits und der Urkraft der "alten Natur" mit ihren Prägungen und ihrem Gefühlsdruck aus Emotionen und Bedürfnissen auf der anderen Seite.
Yoga definiert GOTT als
- SAT - der absolute Geist jenseits der Schöpfung (Gottvater);
- TAT - das Christusbewusstsein oder die Intelligenz, die innerhalb der Schöpfung wirkt (Sohn) und
- OM - die Energie, aus der auch alle Formen entstehen (das WORT oder der Heilige Geist).
Die Wahrheit dieser Definition ist durch Meditation erfahrbar, ebenso wie die fühlbare Qualität Gottes als
- SAT - ewige Existenz;
- CHIT - ewiges Bewusstsein und
- ANANDA - ewig neue Freude.
Ohne spirituelle Disziplin, die Körper und Geist für eine tiefe Meditation vorbereitet, ist eine solche Definition ebenso viel wert wie theologische Gedankengebäude, die lediglich intellektuell konstruiert sind: der erste innere oder äußere Wirbelsturm bringt das Gebäude zum Einsturz. Je stabiler aber das Fundament, umso stabilere Wände können darauf gebaut werden, und schließlich bietet es den Schutz und die Sicherheit, die sich jeder wünscht, dem die Turbulenzen der weltlichen Veränderungen mit ihrem steigenden Tempo und ihren unabsehbaren Folgen begründete Sorgen bereiten.
Einen hilfreichen Beitrag im eigenen Einflussbereich kann nur leisten, wer selbst stabile Wurzeln entwickelt hat. Die wichtigste Wurzel ist die bewusste Verankerung der Seele im Göttlichen und die regelmäßige Einkehr im inneren Raum der Stille zum Auftanken.







