In seiner Antrittsrede erklärte Bundespräsident Christian Wulff > , er wolle nicht nur Präsident aller Deutschen sein, sondern darüber hinaus auch Präsident aller, die in Deutschland leben. Damit bleibt er seinem Anliegen der Integration als wichtiger Baustein für die Gestaltung der Zukunft Deutschlands treu, und vielleicht findet er in seinem neuen Amt sogar mehr Möglichkeiten, für Integration zu wirken, als im tagespolitischen Gezänk der Parteien und Interessengruppen.
Denn es ist schon unfassbar, wie unsere politischen Handlungsträger mit mittelalterlicher Streitkultur aus gemütlichen Zeiten den wachsenden Herausforderungen zu begegnen versuchen, die längst nur noch mit gemeinsamer Anstrengung aller Verantwortlichen zu meistern sind. Über-den-Schatten-Springen heißt die neue Disziplin, die jeder schleunigst erlernen und umsetzen sollte! Sie könnte mit Gewinn das Klugschnattern-ohne-Lösungen-Anzubieten ersetzen! Ob die Tigerenten jeder Couleur es schaffen, ihr Quaken vorübergehend zu unterbrechen, um auf ihren neuen Präsidenten zu hören? Es wäre zu wünschen!
Kritik, die Christian Wulff schon im Vorfeld seiner Kandidatur zu hören bekam, betraf seine Verbundenheit mit christlichen Gedanken und Aktivitäten > , zB sein Engagement für Pro Christ > .
Und von Kirchenvertretern hörte man wenig über ihre gemeinsame Freude daran, dass ein bedeutender Staatsmann ganz unbefangen von Gott spricht. Sondern sie sind bereits dabei auszumessen, in welche kirchliche Schublade er denn wohl am besten hineinpasse.
Gut möglich, dass Jesus Christus sich in keinem Kirchengebäude mit sichtbaren oder unsichtbaren Mauern zu Hause fühlt. Er war nie an Bauwerken interessiert, sondern an Menschen, die sich "in seinem Namen versammeln", und ihm reichten "zwei oder drei", um dabei zu sein. Dass er nach einem Mitgliedsausweis oder einer Bekenntnisurkunde gefragt hätte, ist nicht überliefert. Gut verstanden wird er sich von Mahatma Gandhi fühlen, der sagte, Jesus gehöre allen Menschen, nicht nur denjenigen, die sich als Christen bezeichneten. Gandhi, der so viel mehr von dem lebte und umsetzte, was Jesus lehrte, als die große Zahl heutiger Theologen in leitenden Positionen, die Politikern jede Unart abgucken und zu übertreffen versuchen ...
Es gibt aber auch göttlich gute Ideen unter Politikern, wie die Einrichtung des "Parlamentarischen Gebetsfrühstücks", das mittlerweile als "Netzwerk Gottes" im Bundestag und in acht deutschen Landtagen regelmäßig veranstaltet wird. Einmal im Jahr gibt es die übergreifende "Internationale Berliner Begegnung" > , organisiert von Anette Hübinger > , Dietmar Nietan > und Patrick Meinhardt > .
Die Gebetsfühstücks-Bewegung, die mittlerweile in 180 Ländern aktiv ist, stammt ursprünglich aus den USA. Nach Deutschland wurde sie 1979 von Rudolf Decker > geholt, als religionsübergreifende Veranstaltung - "denn jeder Mensch ist ein Kind Gottes". Leitfigur bleibt in den Vorträgen und Gebeten Jesus Christus, der, so Decker, nach seiner Erfahrung auf der ganzen Welt und unter Angehörigen aller Religionen einen makellosen Ruf habe.
Viele Menschen in unserer Gesellschaft finden keinen Zugang zu diesem Hoffnungsträger mehr, weil sie in ihrer kirchlich geprägten Erziehung ein Bild von ihm vermittelt bekommen haben, vor dem man verständlicherweise nur weglaufen kann. - Schüttelt es ab, möchte ich ihnen zurufen, schaut einmal, was er lehrte und wofür er mit seinem Leben einstand - und welche machtvollen Impulse uns sein Leben und Werk zur Meisterung gegenwärtiger Herausforderungen geben kann.
Die erste Herausforderung ist wie immer: selbst informieren, selbst bewerten, selbst denken, dann beherzt dem eigenen Urteil folgend Entscheidungen treffen und umsetzen.
Gerne höre ich Ihre Gedanken und Erfahrungen dazu.







