In einem Chrismon > - Interview (Juli 2010) lese ich Erstaunliches über die Deutsche Telekom. Personalvorstand Thomas Sattelberger berichtet:
"Helfen wir jungen Menschen, sich aus ihrem bildungsarmen Milieu herauszuarbeiten? (...) Wir prüfen gerade, ob wir 60 jungen Menschen aus Hartz-IV-Familien, die bisher immer in Bewerbungsschleifen enden, eine Ausbildung anbieten können. Die Pilotphase des Projekts ist abgeschlossen, und es zeichnet sich eine Erfolgsgeschichte ab, die wir so nicht erwartet haben. Wir werden viele der jungen Menschen direkt ins zweite Ausbildungsjahr übernehmen können. Denen ist vorher Dutzende Male gesagt worden: Ihr schafft es gar nicht. Um es geschäftlich zu sagen: Wir müssen die Talentreservoire im Land erschließen."
Es geht doch. Persönlich kenne ich eine ganze Reihe junger Menschen, die ihren Bildungsweg gehen, auch wenn er sie nicht von Anfang an geradlinig durchs Schulsystem führte. Unabhängig von der sozialen Herkunft existiert in jedem Menschen - spätestens, wenn er erwachsen geworden ist - der freie Wille, das Potenzial und die Macht, eigenverantwortlich über sich selbst und seine Lebensführung zu bestimmen. Er hat die Wahl, es sich entweder bequem zu machen oder aus der Komfortzone auszubrechen, sich wertvolle Ziele zu setzen und sich auf den Weg zu machen, diese Ziele zu verwirklichen.
Eine Bildungsoffensive, die von Anfang an die Initiative zur eigenen Lebensgestaltung fördert, ermöglicht jungen Menschen wertvolle, prägende Erfahrungen. Ein Beispiel ist das Projekt "Verantwortung" an der 2007 gegründeten Evangelischen Schule Berlin-Zentrum, die vom Bundesfamilienministerium als "Leuchtturmprojekt" ausgezeichnet wurde. Schulleiterin Margret Rasfeld (Video > )ist die zweite Partnerin im Chrismon-Interview, und aus ihren Gesprächsbeiträgen ergeben sich wertvolle Aufschlüsse darüber, wie sich Schule auch im heutigen gesetzlichen und bürokratischen Rahmen so entwickeln lässt, dass sie lebendiges Wachstum und damit Zukunftsfitness fördert. Vor einiger Zeit hat sie ihre Arbeit, die es jungen Menschen durch tägliches Training ermöglicht, Kreativität und UnternehmerGeist im Rahmen christlicher Ethik zu entwickeln, auch im "Labor für Entrepreneurship" > präsentiert.
Bestimmt gibt es viel mehr Initiativen dieser Art, über die wir viel zu wenig hören ...
Ebenso herausfordernd für Talentförderer sind die Vertreter des Gegenpols: die "Generation Y", mit einer ganz anderen Form von Anspruchshaltung an ihre Arbeitgeber > . Es wird spannend zu verfolgen, welchen Weg Vertreter dieser Generation machen, und welche Werte sie in Wirtschaft und Gesellschaft einbringen werden.







