Das "endgültige Satiremagazin" Titanic titelt im April 2010 mit einem Bild, auf dem ein katholischer Geistlicher vor dem gekreuzigten Christus kniet. Sein Hinterkopf verdeckt die Körpermitte Christi, der von dieser Form der Anbetung nicht begeistert zu sein scheint. > Titel: Kirche heute.
Es wäre mir vermutlich gar nicht aufgefallen, weil in den meisten Geschäften und Kiosken die Titanic so versteckt zwischen anderen einsortiert ist, dass nur ein schmaler linker Rand zu sehen ist, vielleicht bis zum "Ti" - wer weiß, was er will, findet sie.
In diesen Tagen aber finde ich das Titelbild abgedruckt im Editorial eines christlichen Nachrichtenmagazins, unter der Überschrift "Wider die feigen Gotteslästerer". Untertitel: "Ein Magazin bricht ein Tabu, und niemand in Kirche & Politik protestiert". Online-Wellen schlägt Titanic aber durchaus: Die Diskussion können Sie von der Homepage des Magazins aus > leicht verfolgen.
Vielleicht entwickeln Sie Ideen, wie Jesus Christus wohl mit einem solchen Bild umgegangen wäre - Sie kennen ihn als klar in der Sache (Mt 21, 12-13 > ) und vergebungsbereit gegenüber allen Menschen (Mt 18, 21-22 > , Lk 23, 34 > ).
Und: Wer lästert und instrumentalisiert / missbraucht hier eigentlich wen, auf dem Bild und im richtigen Leben? Vielleicht fällt Ihnen zur aktuellen Missbrauchsdebatte das Jesuswort ein: "Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan ..." (Mt 25, 40-45 > ), und Sie denken an die besondere Verantwortung, die offizielle Vertreter christlicher Kirchen in der Öffentlichkeit tragen.
Täglich haben sie die Chance, als wertvolle Vorbilder zu wirken in ihrem Bemühen, in der Gegenwart Gottes zu leben und Seinen Willen zu tun. Einfach durch ihr Sein und durch ihr tägliches Handeln könnten sie allen Suchenden, die sich von leblosen "Schriftgelehrten" und ihren Glaubenskonstrukten nicht angezogen fühlen, Gott als schöpferisch-liebevolle, lebendige Wirklichkeit vermitteln helfen.
Wer sein Leben Gott anvertraut und bereit ist, sich von Ihm führen zu lassen, spürt deutlich, ob sich sein jeweiliges Handeln im Einklang mit Christi Willen befindet. Als Herr seines eigenen Willens kann kann er sich aber auch weiterhin jederzeit dafür entscheiden, sich von Emotionen, Trieben und anderen Elementarkräften aus dem eigenen Inneren überwältigen zu lassen. Wenn wir Gott vor die Tür schicken, wird Er dort demütig warten, bis wir Ihn wieder hereinbitten. Das gilt für alle Menschen in allen Berufen und allen Funktionen.
Menschen, die vorübergehend nicht von der göttlichen Weisheit ihrer Seele gesteuert sind, bieten dunklen Kräften Raum und sind unter deren Einfluss zu Entgleisungen aller Art fähig. Es passiert uns allen, solange wir hier auf der Erde unterwegs sind. Die einfachste Selbstdiagnose bietet der "Kurs in Wundern" > . Hier werden nur zwei Triebkräfte für menschliches Handeln beschrieben: die Liebe als Ausdruck der Verbundenheit mit Gott und der gesamten Schöpfung, und die Angst, entstanden aus der Illusion des Abgetrennt-Seins, aus der alle anderen selbstsüchtigen und destruktiven Triebkräfte erwachsen. Wenn Sie sich beide als Pole eines Kontinuums vorstellen, können Sie ab und zu innehalten und sich fragen, wo Sie sich gerade befinden und wie das, was Sie tun, motiviert ist. Sie werden feststellen: wir sind alle in ständiger Bewegung zwischen den beiden Polen.
Wer sich davor schützen möchte, gegen seinen Willen zu entgleisen, ist gut beraten, einen Weg spiritueller Disziplin zu wählen und konsequent zu gehen. Im Idealfall wählen Sie ein spirituelles Training, mit dem Sie gleichzeitig den Körper, den Geist und die Gefühle unter Kontrolle bringen und Gott darbringen können. Am besten unter Anleitung eines Meisters, der lebt, was er lehrt.
Hier bieten die östlichen Weisheitslehren, auf denen zum Beispiel der von Paramahansa Yogananda gelehrte Kriya Yoga (vgl. Kap. 26 in der "Autobiographie eines Yogi" > ) beruht, eine Fundgrube an seit Jahrtausenden erprobtem Wissen und Werkzeug. Wer z.B. Kriya Yoga übt (in der Originalversion; mittlerweile gibt es auch Kopien), lernt damit nicht nur, seine körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte zu harmonisieren. Er lernt auch, seine Sende- und Empfangsantennen immer feiner auf Gott einzustellen und aus diesem Kontakt innere Reichtümer zu gewinnen, die ihn zu einem in sich gefestigten, wahrhaft friedvollen, harmonischen und liebevollen Menschen reifen lassen.
Spricht Sie die Vorstellung an, sich in einer spirituellen Disziplin zu trainieren? Wählen Sie in Ruhe, und geben Sie sich dann mindestens ein Jahr Probezeit, in dem Sie regelmäßig üben. Lassen Sie sich davon überraschen, wie sich Ihr Leben langsam in eine Richtung zu verändern beginnt, über die Sie im Rückblick einfach nur dankbar sein werden.
Beachten Sie aber, damit es wirklich funktioniert, die "spirituelle Schlüsselfrage"> , und behalten Sie im Kopf, dass die Beziehung zu Gott viel mehr einer Liebesbeziehung als einem Arbeitsvertrag gleicht > ...