Bewusst oder unbewusst richten wir unser Denken und Handeln nach einem Leitbild und damit verbundenen zentralen Werten aus. Daraus ergeben sich typische Erfahrungen, die wir immer wieder machen, und wiederholte Begegnungen mit den dazu passenden Menschen. Diese Begegnungen können erwünscht oder unerwünscht sein, führen aber in jedem Fall zu vertrauten Erfahrungen - solange wir nichts ändern.
Im geschäftlichen Bereich sind Leitbilder in der Regel an einem von zwei Prinzipien ausgerichtet:
Profitmaximierung: "Was springt dabei für mich heraus?" Mit möglichst wenig Einsatz einen möglichst hohen Gewinn erzielen. Daraus ergibt sich die Verarmungsspirale nach dem "ökonomischen Prinzip" > : Wertschöpfung durch kontinuierliches Ausbeuten und Absaugen der Ressourcen, aus denen lebendiges Wachstum, Reichtum und Kreativität entstehen könnten. Aufblähungen und Abstürze sind die unweigerliche Folge.
Profitmaximierung ist zum "normalen" Muster geworden, dass wir kaum noch bemerken, wie destruktiv seine Auswirkungen sind. Leicht könnten wir annehmen, dass es kaum noch jemand hinterfragt und jeder von uns mit seinem Unbehagen allein steht. Schauen Sie aber etwas genauer hin, entdecken Sie unzählige Angebote und Initiativen, die sich auf das Prinzip der Profitmaximierung nicht (mehr) einlassen. Die Alternative ist auch längst bekannt:
Nutzenmaximierung: Der Nutzen für den Kunden steht im Mittelpunkt. Man betrachtet die angebotene Leistung aus dessen Perspektive und bemüht sich, sie im Dialog mit ihm fortgesetzt zu verbessern. Anbieter und Kunde bilden ein "kreuzkatalytisches Netzwerk" (CCN) > - die bestmögliche Form für stabiles, kontinuierliches Wachstum. Dieses Prinzip erfordert eine sorgfältige Auswahl der ErfolgsPartner. "Nutzenmaximierung" und "Kundenorientierung" sind häufige Schlagworte in Unternehmensleitbildern, entfalten ihre Wirksamkeit aber erst dann, wenn sie aus tiefster Überzeugung gelebt werden. Zur "Nutzenmaximierung" und "Kundenorientierung" gehört untrennbar die Wertschätung der Mitarbeiter, Zulieferer und Geschäftspartner, sichtbar und messbar anhand des konkreten Handelns im Alltag. Beispiele aus der deutschen Wirtschaft finden Sie im Exzellenzbarometer der deutschen Wirtschaft > sowie unter www.mittelstandspreis.com.
Beide Prinzipien gelten für kleine und große Marktteilnehmer, für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer genauso wie für angestellte Fach- und Führungskräfte. Entscheiden Sie, in welchem Umfeld Sie Ihre Leistung anbieten, mit wem und für wen Sie arbeiten möchten. Es wird Sie und Ihr Leben prägen.
Sie müssen sich entscheiden. Wer versucht, beide Prinzipien miteinander zu kombinieren, stellt fest: Eines bekommt immer das Übergewicht und bringt das andere zum Verschwinden. Sie können nicht gleichwertig nebeneinander bestehen.
Umfassend wachstumsfördernd wirkt das Prinzip "Liebe". Ja, auch im Business. Denn Geschäfte werden von Menschen gemacht. Ausnahmslos. Und alle Menschen sind im Kern ihres Wesens baugleich. Liebe ist kein romantisches Gefühl, sondern ein Beziehungsangebot: bedingungsfreie, respektvolle Wertschätzung des Mitmenschen auf Augenhöhe, unabhängig von gesellschaftlichem Status oder den jeweiligen Rollen, die das jeweils konkrete Entscheiden und Handeln vorschreiben und seine Möglichkeiten begrenzen können.
Bedingungsfreie Wertschätzung des Gegenüber als Mitgeschöpf bereichert jede Form der Beziehung zwischen Menschen unmittelbar. Die personenzentrierte Psychologie ergänzt diese Haltung durch die Bereitschaft zur Empathie, dem "präzise-einfühlenden Verstehen". Die Meile in den Schuhen des anderen gehen, mit dem Herzen verstehen, wie und warum er in seiner Welt, am gegenwärtigen Punkt seiner Entwicklung, so entscheidet und handelt. Wer dies nachvollziehen kann, verzichtet ganz automatisch auf Bewertungen oder Verurteilungen der anderen Person. Das macht den Weg frei für sachliche, konstruktive Lösungen bei Interessenkonflikten. Achtung und Wertschätzung der anderen Person bedingen auch, dass ich selbst mich so weit wie möglich als Person zeige und nicht hinter einer Rolle oder Position verschanze.
Menschen, die Ihnen ein solches Beziehungsangebot machen, hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Sie vergessen sie nicht, auch wenn sich das von Ihnen gewünschte Ergebnis nicht hat realisieren lassen.
Was möchten Sie erleben? Welche Art Menschen möchten Sie in Ihr Leben einladen? "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus." Experimentieren Sie mit diesen drei Paradigmen und erfahren Sie ganz bewusst, wie die unterschiedlichen Leit-, Welt- und Menschenbilder sich in Ihrem Leben auswirken.
Wenn Sie ein reiches Leben voller Freude und Begeisterung führen möchten, denken Sie einmal über die Prinzipien und zentralen Werte nach, die Sie Ihren unterschiedlichen Rollen zugrunde legen. Handeln Sie aus eigener Entscheidung heraus und vermeiden Sie Ausreden in der Form "Ich tue nur, was alle machen" - oder "Wenn ich so behandelt werde, bleibt mir keine Wahl". Sie haben immer zwei Möglichkeiten: aktive Selbstbestimmung oder bequemes Mit-dem-Strom-Schwimmen.







