Könnten Sie mit einem Fisch ein philosophisches Gespräch führen, ob es so etwas wie "Wasser" gebe, wird er Ihnen wahrscheinlich erklären, dies sei reine Glaubenssache. Erfahren oder beweisen könne man so etwas nicht. Er jedenfalls komme in seinem Leben bestens zurecht, ohne an etwas wie "Wasser" zu glauben. Dass es ihn umgebe und er sogar im Wesentlichen daraus bestehe, sei zunächst einmal nicht mehr als eine Behauptung.
Ein Fisch allerdings, den es schon einmal an Land gespült hat, weiß aus eigener Erfahrung, wie sich für einen Fisch das Leben auf dem Trockenen anfühlt. Wenn er dann noch rechtzeitig erfahren darf, dass eine Welle ihn gerade noch rechtzeitig wieder in sein Lebenselement zurück bringt, wird er dem Thema "Wasser" eine ganz andere Aufgeschlossenheit entgegenbringen ...
Von Gott heißt es, Er sei allgegenwärtig - das heißt, Er erfüllt uns und umgibt uns. Das heißt auch: Er kann Formen annehmen, ist aber selbst nicht auf eine einzelne Formen reduzierbar. In der Yoga-Tradition ist die Metapher des Meeres bekannt. Aus dem Meer des GEISTES erheben sich Wellen, die sich zu jeweils einzigartigen Formen entwickeln, um dann wieder ins Meer zurückzukehren. Die Essenz all dieser Formen sei dieselbe, sagen die Yogis - Sat-Chit-Ananda. Das bedeutet: ewige Existenz, ewiges Bewusstsein, ewig neue Freude, ausgedrückt in Sat-Tat-OM: den GEIST jenseits der Schöpfung, die Intelligenz innerhalb der Schöpfung, die in komplexeren Formen Bewusstsein zu entfalten beginnt. und die energetische Schwingung, aus der sich auch die Welt der Formen entwickelt.
Der Mensch hat die Fähigkeit, ein Bewusstsein seiner selbst zu entwickeln und für sich eine Identität zu konstruieren, die ihm die täuschende Vorstellung eingibt, von seiner Quelle und der ihn umgebenden Schöpfung getrennt zu sein. Aber er hat auch jederzeit die Möglichkeit, die große Intelligenz und Energie, von der er ein winziges Teilchen ist, als Gegenüber anzusprechen - und Antwort zu erhalten. Und er kann sich darin trainieren, durch Beruhigung des Körpers, der Sinne und der Gedanken einen Zustand meditativer Stille zu erreichen, in dem er sich seiner Einheit mit der Essenz, aus der er besteht, wieder bewusst wird.
Auf Wunsch übersende ich Ihnen gern eine kurze Erläuterung über "Gott im Yogaverständnis".







