Ein Mythos, der von Erfolgs-"Esoterikern" gern verbreitet wird, ist: Es muss leicht gehen, sonst macht man etwas falsch. Ein Kompass, der auf Bequemlichkeit geeicht ist, eignet sich aber nicht als Richtungsanzeiger für den Weg zur Verwirklichung wertvoller Ziele.
Jesus fastete 40 Tage und 40 Nächte in der Wüste, um die Herrschaft über Körper und Geist zu festigen, die er für seine Mission brauchte. Das Angebot, Herrscher der Welt zu werden und sich sein Leben bequem einzurichten, lehnte er ab.
Das Prinzip gilt für Lebensaufgaben jeder Größe:
Wer eine Vision verfolgt und einen Lebenstraum verwirklichen möchte, sieht sich oft Ablenkungen und Widerständen ausgesetzt, die ihn vor die Frage stellen, wie ernst es ihm wirklich ist.
Karsten Grote > schreibt in "Schlüssel zur Freiheit" > über die Anfänge seiner Malschule >:
"Ich träumte von einem Lagerraum, einer ehemaligen Werkstatt oder einem alten Gewächshaus, um dort mein Atelier aufzubauen. Es sollte möglichst in der Nähe unseres Hauses sein. Für Ulla war das eine meiner Träumereien, für mich eine Vision. Und dann entdeckte ich ein Schild: ´Büroräume zu vermieten`. Ich rief sofort die angegebene Telefonnumer an und konnte noch am selben Tag zur Besichtigung kommen.
Der Raum lag in einem Hinterhof. Als ich eintrat, sah ich einen vollgeräumten, staubigen und renovierungsbedürftigen Lagerraum - und doch wusste ich sofort: Das ist es, das ist mein Atelier. Und es gab dort sogar noch einen kleinen Lagerraum, den ich als Büro nutzen könnte.
Ich wollte malen, ein Atelier haben und dazu noch ein weiteres Standbein mit einer Malschule aufbauen. (...)
Noch bevor ich den Mietvertrag formal unterschrieben hatte, klopfte das mir bereits bekannte Teufelchen in Form eines lukrativen, langfristigen Auftrags für mein Werbekontor an meine Tür. Hohe monatliche Einnahmen lockten, und ich hätte sogar noch die Nebenräume dazu mieten können und müssen. Schon malte ich mir die Zukunft aus. Ich richtete gedanklich bereits die Räume ein und erstellte einen Businessplan.
Dann dachte ich noch einmal in Ruhe nach. Ich würde mich zu extremen Garantieleistungen in fünfstelligen Summen verpflichten müssen, und, was mich am schmerzhaftesten traf: Ich würde mein Ziel, wieder mit der Malerei zu beginnen, aufgeben oder auf unbestimmte Zeit verschieben müssen. Dafür hatte ich nicht jahrelang in Seminaren, Therapiesitzungen und intensiven Gesprächen an meinen Zielen gearbeitet. Sollte ich den lukrativen Auftrag absagen?
Meiner Frau wurde die Entwicklung meines Unternehmens zu heiß ..."







