Im vergangenen Jahr erlebten wir in der ErfolgsSchmiede "LebensKunst & Business" > einige spannende Abende zum Thema "Beziehung". Normalerweise liegt der Schwerpunkt der Themen, die unsere Teilnehmenden auswählen, im beruflichen Bereich, aber dieses Thema erweiterte das Feld und brachte uns sehr schnell zu persönlichen Fragen.
Wie erlebe ich Beziehungen zu beruflichen und privaten Partnern? Wo gibt es Gemeinsamkeiten (z.B. ein ähnliches Lebensgefühl), wo erlebe ich Unterschiede? Wann läuft eine Beziehung rund, und welche Muster führen dazu, dass es schwierig und disharmonisch wird? Wie sieht mein Anteil an diesen Mustern aus, von welchen Gestaltungsmöglichkeiten mache ich Gebrauch, und welche weiteren Möglichkeiten will ich künftig nutzen? Mehr dazu ... >
Mir fiel auf, dass viele Teilnehmende davon sprachen, eine Beziehung zu "haben". Was heißt das praktisch? Eine Beziehung haben - das ist eine Aussage über ein Besitzverhältnis. Besitz gewinnt durch Pflege an Wert und kann bei Vernachlässigung langsam zu rosten und zu verstauben beginnt. Ein Haus, das man sich einrichten kann, damit es Schutz und Wärme bietet, und man muss es regelmäßig renovieren, damit es wohnlich bleibt. Über Besitz kann man verfügen, ohne mit einem Widerstand durch Eigenleben rechnen zu müssen.
Bezeichnen wir den Partner gleich mit als "meine Beziehung", nimmt das Gehirn dies wörtlich, und dann wird der Partner zu einem Möbelstück im Beziehungshaus, einem Stück Lebensinventar, folgerichtig mit der Option des Besitzers, es zu entfernen oder auszutauschen, wenn es nicht mehr zur sonstigen Einrichtung passt.
So vieles beginnt mit der Wahl unserer Worte und dem inneren Bild, das dazu entsteht. Dem Bild, nach dem wir diese Beziehung dann formen: durch Handeln, Reden, Schweigen, Geben, Nehmen, Erwarten, Fordern.
Angemessener ist die Formulierung, in einer Beziehung zu leben? Zu diesem Szenario gehören Partner, die verschiedene Rollen übernehmen, und eine gemeinsame Bühne, auf der das "Beziehungstheater" aufgeführt wird. Dann kann die "Beziehung" auch einen weniger abstrakten Namen bekommen: Freundschaft, Partnerschaft, Ehe. Erfolgs- und Wachstumspartnerschaft. Arbeits- und/oder Lebensgemeinschaft. Glücksverstärker auf Gegenseitigkeit. Kooperation mit einem gemeinsamen Ziel. Dienstverhältnis mit unterschiedlicher Machtverteilung. Alles ist möglich, und es wird gelingen, wenn man sich einig ist, was beide gestalten wollen. Es ist gut, sich über das Rollenverständnis und die Zielsetzungen der einzelnen Beteiligten im klaren zu sein - wer möchte das Stück zu welchem glücklichen oder siegreichen Ende führen? Gibt es ein gemeinsames Ziel? Ein gemeinsames Ziel zu definieren, hilft besonders in konflikthaften Phasen.
Gerald G. Jampolsky, Autor des Bestsellers "Lieben heißt die Angst verlieren" >, sagte einmal, der Sinn des irdischen Daseins überhaupt sei, Beziehungen zu heilen. Das bedeutet: Verbundenheit anerkennen >, Verstrickungen lösen, verletzendes Verhalten anderer vergeben und zu verstehen versuchen, wie sie funktionieren: eine Meile - oder auch gern länger - in ihren Schuhen unterwegs zu sein, ohne die eigene Identität zu verlieren, und auch ohne den Schutz der eigenen Interessen aufzugeben. Diese Forschungsreisen können sich viel spannender gestalten als Expeditionen in ferne Länder, auch und gerade, wenn wir die innere Welt von Menschen neu zu entdecken beginnen, die wir lange zu kennen glauben ...
Gerne höre ich hier von Ihren Gedanken, Erfahrungen und Fragen.







