In seinem Buchbeitrag "Kühlschrank oder Vitrine" > beschreibt Lutz Pieper den typischen Alltag eines Büroangestellten, der davon träumt, einmal etwas ganz anderes zu machen. Lutz war im Herbst 2005 in die GoldSchmiede gekommen, um der Frage nach seiner "Lebensaufgabe" oder "Berufung" nachzugehen.
Anfangs gab es keine konkreten Vorstellungen, und so arbeitete er mit Affirmationen, später mit Collagen, aus denen sich das Thema "Werte" herauskristallisierte. Und die Vorstellung, solche Collagen auch für andere oder mit anderen anzufertigen, die ihre zentralen Werte für sich klären und sie bildhaft umsetzen wollten.
Die Metapher vom "Kühlschrank" als Beschreibung eines Arbeitsplatzes, der zwar materielle Sicherheit bietet, dessen kühles Betriebsklima aber verhindert, dass man für seinen Job und sein Unternehmen zu brennen beginnt, fand seinen Weg bis in die FAZ, in die Rubrik "Beruf und Chance" >.
Die Idee "Vitrine" setzte er in Form von selbst gebauten Schatzkästchen um, mit jeweils individuellen Schubladen für die Symbole, die für die zentralen Werte des Schatzkästchen-Besitzers standen. Wir, die wir in der GoldSchmiede mit verfolgten, wie diese Arbeit entstand und sich entwickelte, waren beeindruckt davon, mit wie viel Einfühlung er seine Interessenten beriet und wie präzise er das mit ihnen Erarbeitete umsetzte.
Für seine individuell gefertigten Einzelstücke bekam er viel wertschätzendes Feedback. In einem neu gegründeten Geschäft für Kunsthandwerk stellte er ein Exemplar aus und informierte über seine Arbeit.
Es zeigte sich, dass die Resonanz zu klein blieb, als dass sich eine Selbstständigkeit aus dieser Tätigkeit hätte entwickeln lassen. Eine Zeitlang bemühte er sich intensiv, sich auf eine andere Stelle zu bewerben oder innerhalb seines Unternehmens weniger zu arbeiten, ohne dass sich eine äußere Veränderung herbei führen ließ.
Dann analysierte er, woran genau es lag, dass er sich bei seiner Arbeit nicht rundum wohl fühlte, obwohl er sie gut beherrschte. Das sachlich-kühle Betriebsklima in dem auf Effizienz ausgerichteten Unternehmen erschwerte es den Mitarbeitern, menschliche Wertschätzung zu fühlen, und für dieses Lebensgefühl fand er den Begriff, "nicht willkommen zu sein". Das erinnert an betriebswirtschaftliche Modelle, in denen der Mensch gar nicht - oder falls doch, lediglich als Kostenfaktor - vorkommt >.
Was tun? Resignieren nach dem Motto "Man muss zufrieden sein?" Auf keinen Fall. Oder fühlbare Wertschätzung von Vorgesetzten und Kollegen einfordern? Wenig erfolgversprechend. Lutz Pieper findet einen anderen Weg: er beschließt, in die Kommunikation mit seinen beruflichen Gesprächspartnern ein neues Element aufzunehmen - jedem Besucher, jedem Anrufer und jedem Teilnehmer eines Meetings bewusst und explizit das Gefühl zu geben, willkommen und als Person wertgeschätzt zu sein. Nicht als aufgesetzte Strategie, sondern authentisch von innen heraus. Schnell und ganz von selbst erfährt er auf diese Weise positive Resonanz von vielen Seiten. Es gibt keine gefühlte Notwendigkeit mehr, den Job zu wechseln.
Nun hat er energetisch und finanziell den Rücken frei, um in aller Ruhe sein Projekt, etwas Kreatives mit den Händen zu tun und dabei zur Werteklärung für sich und andere beizutragen, weiterzuverfolgen. Wir sind gespannt, was sich daraus in Zukunft entwickeln wird ...
Erfolg, die Schmieden und das Gesetz der Ernte >







