In seinem lesenswerten Buch "Das Geld-Syndrom" > erzählt Helmut Creutz eine Geschichte aus einer Illustrierten. Ich gebe sie hier gekürzt und mit neuem Schluss wieder:
Ein Clown fand in der Manege ein blankes 5-Mark-Stück. Er ging damit zum Pferdeknecht und sagte: "Ich schulde dir ja noch fünf Mark - hier sind sie zurück."
Der Pferdeknecht bedankte sich, ging zum Stallmeister, von dem er ebenfalls fünf Mark geliehen hatte, und sagte ihm dasselbe.
Der Stallmeister dankte, ging zum Schulreiter und zahlte auch bei diesem eine Schuld zurück.
Ebenso handelte der Schulreiter beim Direktor des Zirkus, und der Direktor, der sich mal vom Clown fünf Mark geliehen hatte, tat dasselbe bei diesem: "Da, August, hier hast du deine fünf Mark zurück."
Am nächsten Tag trifft der Clown auf dem Zirkusgelände ein trauriges kleines Mädchen, das ihn anspricht: "Ich habe gestern hier fünf Mark verloren - habt ihr sie vielleicht gefunden?"
Der Clown gibt ihr das Geld zurück, und alle sind zufrieden und schuldenfrei.
Währungen wie Dollar oder Euro wirken nicht als neutrale Energie, weil sie mit einem Leitbild des Mangels verbunden sind: Geld ist knapp, und wer Geld verleiht, erwartet mehr zurück, als er gegeben hat. Dies beginnt bereits bei der Geldausgabe in den Zentralbanken. Auf diese Weise entsteht ein ständiger Wachstumszwang in der Wirtschaft. Weil unbegrenztes Wachstum in einem begrenzten Lebensraum nicht möglich ist, bleibt es nicht beim sportlichen Wettbewerb. Mit der Zeit wächst der Anteil des Zinses in den Preisen für Produkte und Leistungen, die Revierkämpfe nehmen zu und werden verzweifelter und verbissener, und am Ende stehen unausweichlich kleine und große Zusammenbrüche.
Geld ist insofern "neutral", als man ihm nicht ansieht, woher es stammt - das zugrunde liegende "Wachstum" kann also durch Förderung sinnvoller Leistung oder durch gierig-rücksichtslose Ausbeutung > entstanden sein.
Andere Geldsysteme sind denkbar, beispielsweise Alternativ-Währungen mit regionaler Gültigkeit, die die Grundwährung ergänzen, den Geldumlauf statt der Geld-Anlage belohnen und damit die Wirtschaft in der Region nachweislich beleben können. Ein Beispiel ist der Kannwas >, der auch in den Hamburger ErfolgsSchmieden akzeptiert wird. Eine gute Übersicht über Modelle dieser Art finden Sie u.a. bei Bernard A. Lietaer >.
Geldanlagen, die dem Anleger die Möglichkeit bieten, konkrete Projekte zu fördern, deren Wachstum und Entwicklung er selbst verfolgen kann, bietet seit langem beispielsweise die GLS-Bank >.







