Bert Hellinger hat Gesetzmäßigkeiten lebendiger Systeme gefunden, die interkulturell nachweisbar sind und sich nicht nur auf Familiensysteme beziehen, sondern auf jede Form von Organisation anwendbar sind, in der Menschen sich zusammenschließen, um miteinander zu arbeiten oder miteinander zu leben.
Diese Gesetzmäßigkeiten beziehen sich auf die Bereiche: Zugehörigkeit, Ordnung und den Ausgleich von Geben und Nehmen (Energieausgleich) in einer Beziehung.
Die Zugehörigkeit zu einem Familiensystem erwirbt man durch Geburt, und sie endet für das Individuum (nicht für das System) durch den Tod - unabhängig davon, ob man die Beziehung zu den anderen Mitgliedern des Systems mag oder nicht.
Für die Zugehörigkeit zu sozialen Systemen (Organisationen) gelten Regeln, die sich aus der Zielsetzung der Organisation ableiten. Generell gilt: man gehört dazu oder nicht, es gibt keine dritte Alternative. Für Partnerschaften, die mit Sexualität verbunden sind, gilt eine besondere Form der Zusammengehörigkeit. Sexualität scheint nicht eine beliebige Form der gemeinsamen Aktivität wie andere zu sein; auch hier kommen universale Naturgesetze zur Wirkung, ob wir daran glauben und es so wollen oder nicht.
Die Ordnung im Familiensystem ist klar definiert: die jüngere Generation folgt der älteren, die ältere Generation verdient Wertschätzung. Wenn Familienmitglieder im System verstorben sind oder verschwiegen werden, kann es sein, dass nachrückende Familienmitglieder starken unbewussten Systemeinflüssen unterliegen, die sie in die Rolle eines Platzhalters zwingen.
Die Harmonie und auch die Disharmonien des eigenen Familiensystems sind - in der Regel unbewusst - Teil des Beziehungsangebots, das wir unseren beruflichen oder privaten Partnern machen. Häufig werden unaufgelöste Konflikte und das Muster einer gestörten Ordnung in aktuellen Beziehungen neu inszeniert, man läuft in Schleifen hinein, die bei altbekannten, unerwünschten Lebensgefühlen enden. Wenn man diese Konflikte nicht aufspürt und von innen her löst, wird sich das altbekannte Muster im Außen immer wieder neu manifestieren.
Der Energieausgleich im Familiensystem wird anhand der naturgesetzlichen Ordnung deutlich. Die Generationen haben verschiedene Aufgaben. Die jüngere Generation nimmt von der älteren Generation und kann nicht mit gleicher Münze zurückzahlen. Keine Generation kann für eine andere deren Vorgaben und Verpflichtungen übernehmen. Kinder, die für ihre Eltern die Rolle des Partners oder gar Elternteils übernehmen mussten, neigen später dazu, verwirrende und Stress erzeugende Beziehungsangebote zu machen - sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich.
Stress ist in einer beruflichen Umwelt vorprogrammiert, in der natürliche Systemgesetze ignoriert werden. So werden jüngere Führungskräfte älteren Mitarbeitern "vor die Nase gesetzt", ohne dass man diesen Bruch im System bewusst begleitet, oder in Fällen von Firmenzusammenschlüssen wird weder den Naturgesetzen noch einer gewachsenen Firmenkultur Beachtung geschenkt wird. Dies erzeugt Reibungsverluste in der Zusammenarbeit, die sich deutlich auf die Effizien der Arbeit auswirken.
Probleme, die sich in der Disharmonie von Beziehungen zeigen, lassen sich entweder innerhalb der Beziehung oder der Organisation oder auch auf individueller Ebene lösen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass man die Verantwortung für das eigene Denken und Handeln voll übernimmt und die Freiheit bejaht, unabhängig von mitgebrachten Einflüssen selbst zu entscheiden, welche Form von Beziehungsrealität man erschaffen möchte.







