Tragfähige Beziehungen zu vertrauenswürdigen Mitmenschen aufzubauen und zu erhalten, gehört zu den vier menschlichen Grundbedürfnissen, die über die Grenzen von Kulturkreisen, Gesellschaftsschichten und beruflicher Zugehörigkeit hinaus nachweisbar sind.
Die Gestaltung von Beziehungen unterliegt universalen, ungeschriebenen Lebensgesetzen wie der Goldenen Regel (Resonanzgesetz), d.h. wir können entscheiden, welche Saat wir ausbringen, aber die Ernte folgt dann gesetzmäßig mit mathematischer Präzision.
Wichtig ist also, dass wir uns als Gestaltende verstehen: wir haben die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, welche Beziehungsangebote wir machen und wie wir mit den Beziehungsangeboten umgehen, die wir im beruflichen und privaten Umfeld erhalten. Hier tut sich im Alltag wieder die bekannte Wüste auf: viele Menschen verzichten auf die Freiheit eigener Gestaltungsmöglichkeiten, sondern reagieren automatisch aus dem Gefühl oder aus der Gewohnheit heraus. Und sie möchten etwas bekommen, ohne vorher etwas gegeben zu haben.
"Niemand sagt zu seinem Ofen: Mach es mir warm, dann bekommst du auch Holz", ist ein Satz, den ich einmal von Mirko Düssel hörte und niemals vergessen habe. Bei Geldanlagen versteht jeder, dass er zuerst einzahlen müssen, um die erhoffte Rendite möglich zu machen. In der Landwirtschaft ist das Gesetz von Saat und Ernte unumkehrbar. Und in der real gelebten und erlebten Beziehungslandschaft?
Wie stark und tragfähig eine Beziehung ist, zeigt sich auf dem Vertrauenskonto, das jeder Beziehungspartner beim anderen hat. Ist es durch Einzahlungen in Form von stärkenden Handlungen gut gefüllt, hält es auch gelegentliche Abhebungen aus, die aber möglichst bald wieder ausgeglichen werden sollten. Dabei kommt es häufig vor, dass die Partner über den Wert von Einzahlungen und Abhebungen unterschiedlicher Meinung sind: was der eine für eine Lappalie hält, kann für den anderen von großer Bedeutung sein. Dies gilt insbesondere für die interkulturelle Kommunikation und ihren Spezialfall, den Umgang von Männern und Frauen miteinander. Ist der Kontostand nahe Null oder bereits im Minus, kann die Beziehung auch bei einer kleinen weiteren Belastung in Gefahr geraten zu zerbrechen.
Es kann sich lohnen, gelegentlich inne zu halten und die wichtigsten privaten undberuflichen Beziehungen zu überprüfen:
Wie ist mein Beziehungsangebot an diesen Partner? Wie geht er damit um? Versteht er mich?
Welches Beziehungsangebot erfahre ich von ihm? Wie gehe ich damit um? Verstehe ich ihn?
Wie wünsche ich mir die künftige Entwicklung, und wie werde ich aktiv dazu beitragen, diese Entwicklung zu verwirklichen?
Gerne höre ich von Ihren Erfahrungen.







