"Ich passe mich den modernen Zeiten an und wende jetzt das ökonomische Prinzip an", sagt der Bauer. "Ich bringe meinem Esel bei, immer mehr zu tragen und dabei immer weniger Futter zu verbrauchen."
"Aha. Und - funktioniert es?", fragt der Marktnachbar.
"Wir hatten schon gute Fortschritte gemacht - er trug das Doppelte und verbrauchte nur noch die Hälfte", sagte der Bauer und lockerte seinen Gürtel, weil die Hose am Bauch in der letzten Zeit ein wenig zu spannen begonnen hatte. "Aber gestern - wo ich ihn fast soweit hatte, alles zu tragen, was ich ihm auflud, und dabei nichts mehr zu fressen ..."
"Alle Achtung ..."
"... stirbt das undankbare Tier."
Muss man ein Esel sein, um das zu verstehen?
Außerhalb eines sehr engen Rahmens richtet das ökonomische Prinzip mehr Schaden als Nutzen an. Die Auswüchse sind gerade überall zu sehen, und täglich werden sie deutlicher.
Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigte vor einigen Jahren: Nur 17 % der Unternehmen, die durch radikale Sparmaßnahmen und Downsizing ihre Wirtschaftlichkeit steigern wollen, kommen anschließend wieder ins Wachsen. Es wirkt sich eben im gelebten Unternehmensleitbild aus, ob das zugrundeliegende Paradigma mangel- oder fülleorientiert ist.
Kreativität und die Erschließung neuer Märkte brauchen als Grundlage ein Paradigma der Fülle. Es wird in dem Maße wirksam, in dem es von allen Beteiligten verinnerlicht ist.







